DSWV schlägt Alarm wegen drohender Wettvolumen-Verluste an illegale Anbieter vor der FIFA-Weltmeisterschaft 2026

Prognosen zum Wettvolumen und Verteilung auf lizenzierte sowie illegale Kanäle
Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) hat in einer aktuellen Einschätzung darauf hingewiesen, dass bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Deutschland ein erheblicher Teil des Wettvolumens in Höhe von 300 bis 400 Millionen Euro zu nicht lizenzierten Offshore-Anbietern abfließen könnte, während die Gesamtprognose für alle deutschen Wetten auf das Turnier bei rund einer Milliarde Euro liegt und die regulierten Anbieter voraussichtlich 600 bis 700 Millionen Euro abwickeln werden.
Die Zahlen stammen aus einer Verbandsmitteilung, die im Juni 2026 veröffentlicht wurde und sich auf die Rahmenbedingungen des Glücksspielstaatsvertrags von 2021 bezieht, der seitdem die Branche prägt und durch eine Umsatzsteuer von fünf Prozent, Einzahlungslimits sowie eingeschränkte Live-Wettoptionen gekennzeichnet ist.
Ursachen für die erwartete Kanalisierungsproblematik
Experten des Verbands führen die drohende Verlagerung auf die strikten Vorgaben des Staatsvertrags zurück, die Spieler dazu bewegen könnten, auf ausländische Plattformen auszuweichen, die weder die Steuerlast noch die Einzahlungsbeschränkungen oder die begrenzten In-Play-Möglichkeiten aufweisen. Beobachter notieren, dass solche Regelungen zwar den Verbraucherschutz stärken sollen, gleichzeitig jedoch die Attraktivität des legalen Angebots mindern und damit den Anteil illegaler Anbieter erhöhen.
Die Einschätzung des DSWV basiert auf Marktanalysen, die das Verhalten der Wettenden während vergleichbarer Großereignisse untersucht haben, und zeigt, wie regulatorische Hürden die Kanalisierung in legale Strukturen erschweren, während Offshore-Operatoren flexiblere Bedingungen bieten.
Auswirkungen auf den regulierten Markt und staatliche Einnahmen
Bei einem geschätzten Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro würden die lizenzierten Betreiber nach den Projektionen nur 60 bis 70 Prozent des Marktes abdecken, was zu Steuerausfällen und einem geringeren Beitrag zum legalen Ökosystem führen könnte. Die fünfprozentige Umsatzsteuer sowie die weiteren Beschränkungen des Vertrags aus dem Jahr 2021 gelten als zentrale Faktoren, die diesen Effekt verstärken, da sie das legale Angebot im Vergleich zu internationalen Alternativen weniger wettbewerbsfähig machen.

Branchenkenner betonen, dass die eingeschränkten Live-Wettoptionen besonders während eines Ereignisses wie der Weltmeisterschaft 2026 relevant werden, weil viele Nutzer spontane und vielfältige Wettmöglichkeiten suchen, die unter den aktuellen Regelungen nur eingeschränkt verfügbar sind. Dies führt laut der Verbandsanalyse dazu, dass ein Volumen von 300 bis 400 Millionen Euro potenziell in nicht regulierte Kanäle wandert und damit weder zur Steuerfinanzierung noch zur Kontrolle durch deutsche Behörden beiträgt.
Reaktionen und Forderungen des Verbands
Der DSWV verweist in seiner Stellungnahme auf die Notwendigkeit, die bestehenden Einschränkungen zu überprüfen, um eine bessere Kanalisierung zu erreichen und illegale Anbieter stärker einzudämmen. Solche Anpassungen könnten dazu beitragen, dass ein größerer Anteil der prognostizierten Milliarde Euro innerhalb des regulierten Systems bleibt und damit sowohl Verbraucherschutz als auch staatliche Einnahmen sichern würde.
Die Verbandsmitteilung Estimates and warning on 2026 FIFA World Cup betting turnover (industry statement) verdeutlicht, wie die Kombination aus Steuer, Limits und begrenzten Wettarten den Markt beeinflusst und welche Risiken daraus für die legale Branche entstehen. Beobachter sehen darin einen Hinweis darauf, dass ohne Anpassungen die Attraktivität des lizenzierten Segments weiter sinken könnte.
Zusammenfassung der Marktentwicklung
Insgesamt zeichnet die Einschätzung des DSWV ein Bild, in dem das erwartete Wettvolumen von einer Milliarde Euro nur teilweise im regulierten Bereich verbleibt, während 300 bis 400 Millionen Euro potenziell an Offshore-Anbieter gehen, was auf die spezifischen Regelungen des Glücksspielstaatsvertrags von 2021 zurückgeführt wird. Diese Entwicklung betrifft insbesondere die Zeit rund um die Weltmeisterschaft 2026 und unterstreicht die Bedeutung der Rahmenbedingungen für die zukünftige Marktstruktur in Deutschland.